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Putzfrau bei der AHV anmelden: Das muss man wissen

  • Überarbeitet:
  • David Christen

Darum geht es

  • Hausangestellte sind ab der ersten Minute Arbeitszeit AHV-pflichtig. Es gibt zwei Ausnahmefälle.
  • Schwarzarbeit wird mit Bussen und in schweren Fällen mit Gefängnis bestraft.
  • Haushaltshilfen muss man bei der Ausgleichskasse, Versicherung und allenfalls Pensionskasse anmelden und abrechnen.

Wer eine Putzfrau oder eine andere Haushaltshilfe bei sich zu Hause beschäftigt, wird automatisch zum Arbeitgeber. Und jeder Arbeitgeber muss seine Angestellten bei der AHV anmelden. Diese Pflicht besteht unabhängig von der Lohnsumme oder dem Beschäftigungsgrad. Ein Arbeitgeber muss seine Reinigungshilfe somit auch bei der AHV anmelden und gegen Unfall versichern, auch wenn sie nur zwei Stunden pro Monat im Haushalt putzt.

Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt

Die AHV ist der bedeutendste Pfeiler der sozialen Vorsorge in der Schweiz. Sie soll den Existenzbedarf der Haushaltshilfe im Alter oder im Todesfall decken. Wer seine Haushaltshilfe nicht bei der AHV anmeldet und versichert, macht sich strafbar.

Die Nachteile:

  • Es drohen Sanktionen und Bussen bis zur Gefängnisstrafe.
  • Der Arbeitgeber ist nicht gegen Unfälle versichert. Sollte sich ein Arbeitsunfall ereignen, muss der Arbeitgeber die Folgekosten des Unfalles bezahlen.
  • Rückwirkend muss man alle AHV Leistungen inkl. Verzugszins bezahlen.

Schutz vor den Folgen von Invalidität und Arbeitslosigkeit sowie eine Rente stehen allen zu. Schwarzarbeit gefährdet diese sozialen Errungenschaften. Schwarzarbeit hat zahlreiche negative Auswirkungen.

  • Einnahmeausfälle beim Staat und den Sozialversicherungen
  • Beeinträchtigung der Leistungsansprüche der Versicherten
  • Lohndumping und Ausbeutung von Arbeitnehmenden

Wo überall muss ich meine Putzfrau anmelden und abrechnen?

  • Ausgleichskasse
  • Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung
  • Krankentaggeldversicherung (empfohlen)
  • Pensionskasse (ab 21’330 Franken Lohn im Jahr, ab 1.1.2021: 21’510 Franken)

Es ist zudem wichtig, einen korrekten Arbeitsvertrag mit der Haushaltshilfe abzuschliessen und einen fairen Lohn zu bezahlen.

AHV-Beitragspflicht für Reinigungspersonal

Zusätzlich zur AHV-Anmeldung muss der Arbeitgeber für die Putzkraft Sozialversicherungsbeiträge bezahlen und die obligatorische Unfallversicherung abschliessen. Die Prämien der obligatorischen Unfallversicherung erhebt der gewählte Unfallversicherer direkt. Nebst dem AHV-Beitrag und der Prämie für die Unfallversicherung (UVG) fallen folgende zusätzlichen Beiträge an:

  • Invalidenversicherung (IV)
  • Erwerbsersatzordnung (EO)
  • Arbeitslosenversicherung (ALV)
  • Familienausgleichskasse (FAK)

Die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen werden vom Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung abgezogen. Diese Beiträge fliessen mit dem Beitrag des Arbeitgebers an die zuständige Ausgleichskasse.

Ausnahmen bei der AHV-Pflicht
  • Rentner
    In der Schweiz liegt das ordentliche Rentenalter für Männer bei 65 Jahren und für Frauen bei 64 Jahren. Für Putzfrauen oder Haushaltshilfen, die das Rentenalter bereits erreicht haben, gibt es einen Lohn-Freibetrag von 1‘400 Franken pro Monat oder 16‘800 Franken im Jahr. Nur von dem Lohn, der über diesem Freibetrag liegt, müssen Beiträge an die AHV, IV und EO bezahlt werden. Im Rentenalter entfällt die Arbeitslosenversicherung (ALV) komplett.
  • Keine AHV-Pflicht für Sackgeld-Jobs
    Eine weitere Ausnahme für die Anmeldung bei der AHV betrifft private Hausangestellte – also auch Putzfrauen – die unter 26 Jahre alt sind. Wer im Privathaushalt angestellt ist und weniger als 750 Franken pro Jahr verdient, wird von der Beitragspflicht befreit. In der Regel trifft das vor allem auf Hausangestellte wie Babysitter zu. Das Jahreseinkommen einer Putzfrau ist meist deutlich höher als 750 Franken im Jahr. Wer seine Putzfrau korrekt bei der AHV anmeldet, sorgt für legale Arbeitsverhältnisse. Die wichtigsten arbeitsrechtlichen Grundlagen und Begriffe rund um die Anstellung einer Haushaltshilfe erklären wir ausführlich in unserem Glossar.

Zwei Abrechnungsverfahren

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren wurde speziell für Haushaltshilfen und Putzfrauen entwickelt. Es ist Teil des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA). Unabhängig vom Aufenthaltsstatus oder Nationalität des Arbeitnehmers wird in diesem Verfahren das erzielte Einkommen direkt pauschal mit 5 Prozent besteuert. Wichtig zu wissen: Das vereinfachte Abrechnungsverfahren kann nur für Putzfrauen und Haushaltshilfen angewendet werden, deren Bruttolohn 21’330 Franken im Jahr nicht übersteigt (ab 1.1.2021: 21’510 Franken). Dieser Lohn ist Ende Jahr nicht mehr in der Steuererklärung zu deklarieren. Es folgt eine Bescheinigung der Ausgleichskassen, welche der Steuererklärung beigelegt werden kann.

Das ordentliche Abrechnungsverfahren

Treffen die oben genannten Kriterien für die Anstellung im vereinfachten Abrechnungsverfahren nicht zu, muss das Arbeitsverhältnis im ordentlichen Abrechnungsverfahren angemeldet werden. Im Unterschied zum vereinfachten Verfahren muss im ordentlichen Verfahren eine allfällige Quellensteuer direkt mit dem kantonalen Steueramt abgerechnet werden.

Versicherungen für Hausangestellte

Gesetzliche Pflicht: Die Unfallversicherung

Der Abschluss einer Unfallversicherung für die Haushaltshilfe ist obligatorisch. Wer acht Stunden pro Woche oder mehr beim selben Arbeitgeber arbeitet, muss auch obligatorisch gegen Nichtberufsunfälle versichert werden.

  • Die Berufsunfallversicherung deckt Unfälle während der Arbeit.
  • Die Nichtberufsunfallversicherung deckt Unfälle während der Freizeit. Sie ist ab 8 Stunden pro Woche obligatorisch.
Sinnvolle Krankentaggeldversicherung

Der Abschluss einer Krankentaggeldversicherung für die Haushaltshilfe ist freiwillig, aber empfehlenswert. Sie schützt die Haushaltshilfe vor Lohnausfall infolge Krankheit. Verdient eine Haushaltshilfe im Monat mehr als 1’777.50 Franken (ab 1.1.2021: 1792.50 Franken) oder mehr als 21’330 Franken im Jahr (ab 1.1.2021: 21’510 Franken), muss der Arbeitgeber die Arbeitnehmerin zudem bei einer Pensionskasse anmelden.

Bruttolohn, Barlohn, Nettolohn?

Als Bruttolohn wird der Lohn bezeichnet, von dem die Arbeitnehmerbeträge wie AHV, IV, EO, ALV abgezogen werden. Den Nettolohn zahlen Sie als Arbeitgeber jeweils an den Arbeitnehmer aus. Berechnet wird dieser, indem Sie die Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV/EO), Arbeitslosenversicherung (ALV), Nichtberufsunfallversicherung (NBU) und allenfalls die Beiträge für die berufliche Vorsorge (BVG), vom Bruttolohn abziehen. Der Nettolohn wird oft auch als Barlohn bezeichnet.

Tipp: Mit unserem kostenlosen Lohnrechner berechnen Sie mit wenigen Klicks rasch den Lohn unter Berücksichtigung aller Abzüge.

Lohnaufschlüsselung Schweizer Brutto- und Nettlolohn

 

Der quitt.Rundum-Service spart Zeit und Nerven

Wer nur Bahnhof versteht oder den grossen bürokratischen Aufwand scheut, kann den ganzen Papierkram an quitt. delegieren. Das quitt.Team übernimmt für Arbeitgebende mit wenigen Mausklicks und Angaben die AHV-Anmeldung und Lohnabrechnung. Wir schliessen für Haushaltshilfen zudem eine preiswerte Unfallversicherung ab. Bei Bedarf übernehmen wir auch die Anmeldung bei der Pensionskasse. Wir stellen Ihnen und der Putzfrau zudem Dokumente wie die monatliche Lohnabrechnung und den Arbeitsvertrag zur Verfügung. quitt. hilft Ihnen auch per Mail oder Telefon bei offenen Fragen rund ums Anstellungsverhältnis weiter. Mit unserem kostenlosen Online-Suchdienst finden Sie zudem schnell eine Reinigungshilfe und treten unkompliziert mit ihr in Kontakt.

 

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