In unserem Arbeitgeber ABC erklären wir die wichtigsten arbeitsrechtlichen Grundlagen und Sozialversicherungen, über die Sie beim Anstellen Ihrer Haushaltshilfe stolpern könnten. Bitte klicken Sie auf den entsprechenden Anfangsbuchstaben, um zum Begriff zu gelangen, den Sie suchen.

Haben Sie Ergänzungen zu einzelnen Begriffen oder finden Sie einen Begriff nicht? Sie sind ganz herzlich eingeladen uns eine E-Mail an office@quitt.ch zu senden. Herzlichen Dank!

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A

Alters-und Hinterlassenenversicherung (AHV) – Beitragspflicht

Arbeitnehmende, die in der Schweiz arbeiten, sind obligatorisch bei der AHV versichert. Für Arbeitgeber von Haushaltshilfen (Putzfrau, Nanny, private Pflege) ist jede entlöhnte Tätigkeit beitragspflichtig. Zusätzlich zum Beitrag an die AHV zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmende die obligatorischen Beiträge an die Invalidenversicherung (IV), die Erwerberersatzordnung (EO), die Arbeitslosenversicherung (ALV), die Familienausgleichskasse (FAK) sowie gegebenenfalls an die Krankentaggeldversicherung (KTG) und die Pensionskasse (BVG). Die Basis für die zu bezahlenden Sozialversicherungsbeiträge bildet der Bruttolohn.

Eine Ausnahme bilden die sogenannten Sackgeldjobs. Seit dem 1.1.2015 sind Jugendliche, die bis zum Ende ihres 25. Lebensjahres eine Tätigkeit in einem Privathaushalt ausüben und dabei weniger als CHF 750 pro Jahr verdienen, von der AHV-Beitragspflicht befreit. Beitragspflichtig sind Jugendliche ab dem 1. Januar nach ihrem 17. Geburtstag.

Für die Berechnung der detaillierten Lohnkosten Ihrer Haushaltshilfe empfehlen wir Ihnen unseren Lohnrechner.

Weitere Informationen zum Thema «AHV-Beitragspflicht» finden Sie im Glossar unter dem Stichwort: Bruttolohn, Nettolohn, Familienzulagen, Unfallversicherung (UVG) und Hausangestellte im Rentenalter sowie in unserem Blog über Sackgeldjobs.

Arbeitsbewilligung

Arbeitgeber, die ausländische Haushaltshilfen anstellen oder deren Anstellung beabsichtigen, haben in bestimmten Fällen eine ausländerrechtliche Melde- oder Bewilligungspflicht. Die Melde- und Bewilligungspflicht des Arbeitgebers variiert je nach Herkunftsstaat des Arbeitnehmenden.

Der ausländerrechtliche Melde- und Bewilligungsprozess von ausländischen Haushaltshilfen ist nicht Teil des Angebots von quitt.ch. Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen, das kantonale Migrationsamt zu kontaktieren.

Au-pair

Au-pair sind Jugendliche, welche sich bei einer Gastfamilie in einer fremden Sprachregion aufhalten und in der Kinderbetreuung respektive im Haushalt aushelfen. Neben Kost und Logis wird Au-pair ein Nettolohn von ca. CHF 700 – CHF 800 ausbezahlt. Der Beschäftigungsgrad ist in der Regel auf 30 Stunden pro Woche limitiert und der Besuch eines Sprachkurses in der am Aufenthaltsort gesprochenen Landesprache obligatorisch. Weitere Informationen zu Voraussetzungen und Anstellungsbedingungen finden Sie auf den Webseiten der kantonalen Ämter für Wirtschaft und Arbeit.

B

Bruttolohn

Der Bruttolohn entspricht dem Lohn vor Abzug der Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen. Zu den Arbeitnehmerbeiträgen gehören die Beiträge an die AHV, IV und EO, die Beiträge an die Arbeitslosenversicherung (ALV), die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) sowie die Beiträge an die Pensionskasse (BVG).

Es wird grundsätzlich empfohlen, in Arbeitsverträgen einen Bruttolohn zu vereinbaren, da dieser die Basis für die zu zahlenden Steuern und Sozialversicherungsbeiträge darstellt. Die Vereinbarung eines Bruttolohns bringt für den Arbeitgeber den Vorteil, dass sich Änderungen bei den Sozialversicherungsbeitragssätzen oder Quellensteuertarifen nicht einseitig auf die gesamten Arbeitgeberkosten auswirken.

Für die detaillierte Berechnung der Lohnkosten Ihrer Haushaltshilfe empfehlen wir Ihnen unseren Lohnrechner.

Weitere Informationen rund um das Thema «Lohnbeiträge» finden Sie im Glossar unter dem Stichwort Nettolohn, AHV-Beitragspflicht, Quellensteuer, Unfallversicherung (UVG) sowie Pensionskasse.

C

D

E

F

Familienzulagen (FAK)

Alle privaten Arbeitgeber von Haushalshilfen sind verpflichtet, Beiträge (FAK) an die Familienausgleichskasse zu leisten. Die Höhe des Beitragssatzes wird von der kantonalen Familienausgleichskasse bestimmt.

Arbeitnehmende können über den Arbeitgeber Familienzulagen für die eigenen Kinder beantragen. Besteht Anspruch auf Familienzulagen, werden diese über den Arbeitgeber an die Arbeitnehmenden entrichtet. Hat der Arbeitnehmende mehrere Arbeitgeber, ist derjenige Arbeitgeber für den Antrag und die Entrichtung zuständig, welcher den höchsten Lohn an den Arbeitnehmenden auszahlt. Über welchen Elternteil die Zulagen ausbezahlt werden entscheidet die Familienausgleichskasse.

Anspruch auf Familienzulagen haben Arbeitnehmende mit einem AHV-pflichtigen Einkommen von mindestens CHF 7’050 pro Jahr bzw. CHF 587 pro Monat (Stand 2016). Die Höhe des Betrags der ausbezahlten Familienzulagen unterscheidet sich kantonal.

Im vereinfachten Abrechnungsverfahren zahlt die Familienausgleichskasse die Familienzulagen jeweils erst nach erfolgter Einreichung der jährlichen Lohndeklaration im ersten Quartal des Folgejahres aus.

Weitere Informationen finden Sie im Glossar unter den Stichworten: AHV-Beitragspflicht, Vereinfachtes Abrechnungsverfahren.

Feiertage

Der Bundesfeiertag (1. August) ist der einzig national geltende Feiertag, der von Gesetzes wegen bezahlt werden muss, an dem nicht gearbeitet werden darf und dessen Stunden vom Arbeitnehmenden nicht kompensiert werden müssen.

Er ist arbeitsrechtlich den Sonntagen gleichgestellt. Die Kantone können höchstens acht weitere Feiertage den Sonntagen gleichstellen.

An den gesetzlich festgelegten Feiertagen dürfen keine Arbeitnehmenden beschäftigt werden. Die ausgefallenen Arbeitsstunden müssen nicht kompensiert werden.

Haushaltshilfen, die mit einem Arbeitsvertrag im Monatslohn angestellt sind, wird der Lohn für die wegen eines Feiertages ausfallenden Arbeitsstunden ausbezahlt. Bei Haushaltshilfen im Stundenlohn muss, wenn nicht ausdrücklich anders vereinbart, von Gesetzes wegen als einziger Feiertag nur der 1. August ausbezahlt werden.

Ferien

Nach Art. 329a OR haben Arbeitnehmende das Anrecht auf mindestens vier Wochen bezahlte Ferien pro Dienstjahr. Für Arbeitnehmende bis zum vollendeten 20. Altersjahr gelten fünf Wochen Ferien.

Ist der Arbeitsvertrag in einem Stundenlohn vereinbart, kann die Ferienentschädigung mit einem Lohnzuschlag von 8,33 Prozent (für vier Wochen) oder 10,64 Prozent (für fünf Wochen) abgegolten werden. Der Arbeitgeber zahlt in diesem Fall während der Ferienabwesenheit des Arbeitnehmenden den Lohn nicht fort.

Ist der Arbeitsvertrag in einem Monatslohn vereinbart, zahlt der Arbeitgeber den Lohn während der Ferienabwesenheit des Arbeitnehmenden fort.

G

H

I

J

K

Krankheit

Im Krankheitsfall muss der Arbeitgeber der Haushaltshilfe den Lohn fortzahlen. Bei der Frage über die Dauer der Lohnfortzahlung gilt es zwischen zwei Fällen zu unterscheiden.

Besteht keine Krankentaggeldversicherung, muss der Arbeitgeber nach dem Gesetz (Art. 324a, Abs. 1OR) dem Arbeitnehmenden im Krankheitsfall den vollen Lohn für eine bestimmte Dauer pro Dienstjahr bezahlen, sofern das Arbeitsverhältnis bereits mehr als drei Monate gedauert hat oder für mehr als drei Monate eingegangen wurde. Im ersten Dienstjahr beträgt die Dauer der Lohnfortzahlung mindestens drei Wochen. Die Lohnfortzahlung beträgt 100 Prozent ab dem ersten Krankheitstag. Ab dem zweiten Dienstjahr richtet sich die Dauer nach der Lohnfortzahlungsskala.

Hat der Arbeitgeber eine freiwillige Krankentaggeldversicherung abgeschlossen, zahlt der Arbeitgeber während der Wartefrist (bei quitt.ch beträgt die Wartefrist 30 Tage) mindestens 80 Prozent des durchschnittlichen Lohnes fort. Bei länger andauernder Krankheit zahlt die Krankentaggeldversicherung den Lohn zu 80 Prozentwährend maximal 730 Tagen fort.

Weitere Informationen zum Thema Krankheit und Krankentaggeldversicherung finden Sie im Glossar unter dem Stichwort Krankentaggeldversicherung sowie in unserem Blog zu Lohnfortzahlung bei Krankheit.

Krankentaggeldversicherung (KTG)

Der Abschluss einer KTG ist für den Arbeitgeber freiwillig. Eine KTG schützt den Arbeitgeber vor der gesetzlichen Lohnfortzahlungspflicht (siehe auch Krankheit) und die Haushaltshilfe vor einem frühzeitigen Lohnausfall.

Hat der Arbeitgeber eine freiwillige KTG abgeschlossen, zahlt er während der Wartefrist (bei quitt.ch beträgt die Wartefrist 30 Tage) mindestens 80 Prozent des durchschnittlichen Lohnes fort. Bei länger andauernder Krankheit zahlt die KTG den Lohn zu 80 Prozent für eine maximale Dauer von 730 Tagen an den Arbeitnehmenden fort. Die Kosten für die Versicherungsprämie (1,5 Prozent des Bruttolohnes) werden bei quitt.ch zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmenden je zur Hälfte geteilt.

Die KTG wird durch quitt.ch für alle Kunden bei der GENERALI abgeschlossen. Sie richtet sich ausschliesslich an private Arbeitgeber von Haushaltshilfen.

Kündigung

Eine Kündigung muss unabhängig vom Kündigungsgrund unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist (Art. 335c OR) und mit den Angaben aller wichtigen Daten erfolgen. Dazu gehören Name und Adresse des Arbeitgebers, Kündigungstermin und -datum, Ort sowie die Unterschrift des Arbeitgebers. Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine Kündigung immer schriftlich einzureichen.

Während Militär- und Zivildienst oder Zivilschutz, bei Krankheit, Schwangerschaft oder nach einem Unfall, ist der Arbeitnehmende vor einer Kündigung geschützt. Es gelten die gesetzlichen Sperrfristen (Art. 336c OR). Eine Kündigung kann erst nach Ablauf dieser Sperrfrist rechtsgültig erfolgen.

Mehr zum Thema «Kündigung» sowie eine Vorlage für ein Kündigungsschreiben finden Sie in unserem Blog über Kündigungsschreiben.

L

M

Mindestlohn

In der Schweiz gibt es keinen landesweit gültigen Mindestlohn. Es gibt jedoch Bestimmungen gemäss dem Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmende in der Hauswirtschaft (NAV für Hauswirtschaft für Beschäftigungen ab durchschnittlich fünf Wochenstunden beim gleichen Arbeitgeber – Stand 01.01.2017), welche berücksichtigt werden müssen. Davon ausgenommen sind folgende Arbeitsverhältnisse: Au-Pair, Ausbildungs- und Praktikumsverhältnisse und Personen, die familienextern Kinder betreuen (Tagesmütter, Mittagstisch).

In der Schweiz (ausser Kanton Genf) gelten demgemäss folgende Bruttomindestlöhne pro Stunde (ohne Ferienzuschlag):

  • Ungelernte Angestellte ohne Berufserfahrung: CHF 18.90
  • Ungelernte Angestellte mit vier Jahren Berufserfahrung in der Hauswirtschaft: CHF 20.75
  • Gelernte Haushaltshilfen mit einer dreijährigen beruflichen Grundbildung und einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ): CHF 22.85
  • Gelernte Haushaltshilfen mit einer zweijährigen Berufsbildung und einem Berufsattest (EBA): CHF 20.75

Für den Kanton Genf gelten nachfolgende Bruttomindestlöhne pro Stunde (ohne Ferienzuschlag):

  • Ungelernte Angestellte ohne Berufserfahrung: CHF 20.79
  • Ungelernte Angestellte mit vier Jahren Berufserfahrung in der Hauswirtschaft: CHF 22.30
  • Gelernte Haushaltshilfen mit einer dreijährigen beruflichen Grundbildung und einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ): CHF 24.55
  • Gelernte Haushaltshilfen mit einer zweijährigen Berufsbildung und einem Berufsattest (EBA): CHF 22.30

Mehr zum Thema «Mindestlohn» finden Sie in unserem Blog über Faire Löhne für Haushaltshilfen.

Mutterschaftsurlaub

Erwerbstätige Frauen haben Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Während dieser 14 Wochen erhalten sie eine Mutterschaftsentschädigung von 80 Prozent des durchschnittlichen früheren Einkommens, höchstens aber CHF 196 pro Tag.

Anspruchsberechtigt sind Arbeitnehmende, die neun Monate vor Geburt des Kindes obligatorisch bei der AHV versichert waren und während dieser Zeit mindestens fünf Monate lang erwerbstätig waren. Zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes muss zudem ein gültiges Arbeitsverhältnis bestehen.

Die Kosten der Mutterschaftsentschädigung trägt die Ausgleichskasse ab dem Tag der Geburt. Zahlt der Arbeitgeber den Lohn während des Mutterschaftsurlaubes weiterhin aus, geht die Entschädigung in Form eines Taggeldes jeweils Ende Monat an den Arbeitgeber. Wenn nicht, wird die Mutterschaftsentschädigung direkt an die Arbeitnehmende ausbezahlt.

N

Nettolohn

Der Nettolohn entspricht in der Regel dem ausbezahlten Lohn, oft auch Barlohn genannt. Dies entspricht dem Bruttolohn nach Abzug der Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen. Zu den Arbeitnehmerbeiträgen gehören die Beiträge an die AHV, IV und EO, die Beiträge an die Arbeitslosenversicherung (ALV), die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) sowie die Beiträge an die Pensionskasse (BVG).

Wird für Arbeitnehmende die Quellensteuer entrichtet, wird noch einmal zwischen dem «Nettolohn» und dem «ausbezahlten Lohn» unterschieden. Der ausbezahlte Lohn entspricht in diesem Fall dem Nettolohn nach Abzug der Quellensteuer – demjenigen Betrag, welcher der Haushaltshilfe nach Abzug der Steuer effektiv ausbezahlt wird.

Es wird grundsätzlich empfohlen, in Arbeitsverträgen einen Bruttolohn zu vereinbaren. Das bringt für den Arbeitgeber den Vorteil, dass sich Änderungen bei den Sozialversicherungsbeitragssätzen oder Quellensteuertarifen nicht einseitig auf die gesamten Arbeitgeberkosten auswirken.

Für die Berechnung der Lohnkosten Ihrer Haushaltshilfe empfehlen wir Ihnen unseren Lohnrechner.

Weitere Informationen rund um das Thema «Lohnbeiträge» finden Sie im Glossar unter dem Stichwort Bruttolohn, AHV-Beitragspflicht, Quellensteuer, Unfallversicherung (UVG) sowie Pensionskasse.

O

P

Pensionskasse

Bei Arbeitsverhältnissen mit einem Bruttolohn von mehr als CHF 1’762.50 im Monat oder CHF 21’150 im Jahr (Stand 2016), sind Arbeitgeber verpflichtet, ihre Arbeitnehmenden für die berufliche Vorsorge (BVG/ 2. Säule) bei einer Pensionskasse anzumelden.

quitt.ch arbeitet für den Anschluss Ihrer Haushaltshilfe an die berufliche Vorsorge mit der Pensionskasse PK-AETAS zusammen. Für die Berechnung der Beiträge für die berufliche Vorsorge empfehlen wir Ihnen unseren Lohnrechner.

Q

Quellensteuer

Das Einkommen von ausländischen Arbeitnehmenden unterliegt der Quellensteuer. Der Arbeitgeber ist in diesem Fall verpflichtet, die Steuer direkt vom Einkommen seines Arbeitnehmenden abzuziehen. Quellensteuerpflichtig sind Personen, die keinen Schweizer Pass und keine Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) haben und mit keiner Person verheiratet sind, die über einen Schweizer Pass oder eine Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) verfügt.

Der Quellensteuertarif richtet sich nach der Erwerbs- und Lebenssituation der Haushaltshilfe. Der anzuwendende Tarif wird vom kantonalen Steueramt festgelegt.

Im sogenannten vereinfachten Abrechnungsverfahren für private Arbeitgeber von Haushaltshilfen wird das Einkommen aller Arbeitnehmenden, unabhängig von Aufenthaltsstatus und Nationalität, zu 5 Prozent pauschal versteuert.

Weitere Informationen zum Thema «Quellensteuer» finden Sie im Glossar unter dem Stichwort Vereinfachtes Abrechnungsverfahren.

R

Rentenalter

Für Haushaltshilfen im Rentenalter (Frauen ab 64 und Männer ab 65 Jahren) gilt ein Freibetrag von CHF 1'400 pro Monat bzw. CHF 16’800 im Jahr. Beiträge an die AHV, IV und EO sind nur für den Einkommensanteil zu bezahlen, welcher diesen Freibetrag übersteigt. Der Beitrag an die Arbeitslosenversicherung (ALV) entfällt ganz. Die obligatorische Unfallversicherung sowie die Entrichtung der Quellensteuer ist auch für Haushaltshilfen im Rentenalter obligatorisch.

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren ist für die Abrechnung von Haushaltshilfen im Rentenalter nur möglich, wenn gleichzeitig Arbeitsverhältnisse mit Arbeitnehmenden bestehen, die nicht im Rentenalter sind. Wird nur eine Person im Rentenalter angestellt, muss die Anmeldung als Arbeitgeber im ordentlichen Verfahren erfolgen.

S

Schwarzarbeit

Unter dem Begriff «Schwarzarbeit» wird die Missachtung von arbeitsbezogener Melde- und Bewilligungspflichten verstanden. Zu den Melde- und Bewilligungspflichten gehören je nach Umfang und Situation des Arbeitsverhältnisses die Einholung einer Arbeitsbewilligung, die Anmeldung des Arbeitsverhältnisses bei der Ausgleichskasse, die Entrichtung der Quellensteuer beim kantonalen Steueramt, der Abschluss einer obligatorischen Unfallversicherung sowie der Anschluss des Arbeitnehmenden an eine Pensionskasse.

Verstösse gegen das Bundesgesetz über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (Art. 10 BGSA) werden von kantonalen Verwaltungs- und Gerichtsbehörden verfolgt und sanktioniert.

Weitere Informationen zu den erwähnten Melde- und Bewilligungspflichten finden Sie im Glossar unter dem Stichwort AHV-Beitragspflicht, Quellensteuer, Vereinfachtes Abrechnungsverfahren, Pensionskasse, Unfallversicherung (UVG) sowie Arbeitsbewilligung.

Spesen

Fallen für die Haushaltshilfen Kosten im Rahmen ihrer Anstellung an, muss der Arbeitgeber diese Auslagen ersetzen. Kauft die Putzfrau also für die Erledigung ihrer Arbeit Putzmittel oder entstehen für die Nanny beim Abholen der Kinder mit dem eigenen Fahrzeug Kosten für das Benzin, gilt es diese Auslagen als Spesen an den Arbeitnehmenden zu vergüten. Spesen sind von den Beiträgen an die AHV, IV und EO befreit.

T

U

Unfall

Arbeitnehmende sind durch die obligatorische Unfallversicherung für den Schaden in Folge eines Unfalls geschützt. Haushaltshilfen, die weniger als acht Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber arbeiten, sind nur für die Folgen eines Berufsunfalls geschützt (Arbeitsplatz und Arbeitsweg). Arbeitnehmende, die im Durschnitt mehr als acht Stunden pro Woche für den gleichen Arbeitgeber arbeiten, sind zusätzlich gegen Unfall in der Freizeit (Nichtberufsunfall) geschützt.

Die Unfallversicherung deckt die Kosten für medizinische Leistungen, die im Zusammenhang mit einem Unfall entstehen. Sind Arbeitnehmende in der Folge eines Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so zahlt die Versicherung 80 Prozent des versicherten Verdienstes ab dem dritten Tag nach dem Unfall aus.

Weitere Informationen zum Thema «Unfall» finden Sie im Glossar unter dem Stichwort Unfallversicherung sowie in unserem Blog über Unfälle im Haushalt.

Unfallversicherung (UVG)

Alle Arbeitnehmenden müssen in der Schweiz gemäss Unfallversichersicherungsgesetz (UVG) durch den Arbeitgeber obligatorisch gegen Unfall versichert werden. Die Versicherungsprämie für den Berufsunfall trägt der Arbeitgeber, jene für den Nichtberufsunfall (Unfall in der Freizeit) der Arbeitnehmende. Die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) ist ab mindestens acht Arbeitsstunden pro Woche pro Arbeitgeber obligatorisch. Die Prämien der Unfallversicherung für private Arbeitgeber von Haushaltshilfen sind pro entlöhnte Tätigkeit (also pro Arbeitnehmenden) zu entrichten.

Die Unfallversicherung wird durch quitt.ch für alle Kunden bei der GENERALI abgeschlossen. Die Unfallversicherungslösung von quitt.ch richtet sich ausschliesslich an private Arbeitgeber von Haushaltshilfen.

Weitere Informationen zum Thema obligatorische Unfallversicherung finden Sie im Glossar unter dem Stichwort Unfall sowie in unserem Blog über Unfälle im Haushalt.

Für den Abschluss einer Unfallversicherung klicken Sie bitte hier.

V

Vereinfachtes Abrechnungsverfahren – Ausgleichskasse

Arbeitgeber von Haushaltshilfen können sich bei der Ausgleichskasse für das sogenannte vereinfachte Abrechnungsverfahren (BGSA) mit Steuerabzug anmelden. In diesem speziell für Haushaltshilfen etablierten Verfahren werden alle Arbeitnehmenden, unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Nationalität (also auch Schweizer), pauschal zu 5 Prozent besteuert. Dies bietet für Arbeitgeber den Vorteil, dass keine zusätzlichen, administrativen Aufwände für die Entrichtung der Quellensteuer beim kantonalen Steueramt entstehen.

Der Anschluss an das vereinfachte Abrechnungsverfahren ist aber nur möglich, wenn der Bruttolohn des einzelnen Arbeitnehmenden CHF 1’762.50 im Monat oder CHF 21’150 im Jahr nicht übersteigt. Die gesamte Bruttolohnsumme des Betriebes respektive Arbeitgebers darf pro Jahr CHF 56’400 nicht übersteigen.

Sind diese Kriterien nicht erfüllt, wird der private Arbeitgeber bei der Ausgleichskasse im ordentlichen Verfahren angemeldet.

W

Wohnungs-Kasko

In der Regel sind Schäden, die im Rahmen einer Arbeitstätigkeit im Privathaushalt entstehen, von der Privat-Haftpflichtversicherung des Arbeitnehmenden ausgeschlossen. Die Wohnungs-Kasko schliesst diese Lücke und deckt Schäden am Hausrat des Arbeitgebers, die durch die Haushaltshilfe verursacht werden. Dank unserer Partnerschaft mit GENERALI profitieren Sie als privater Arbeitgeber von einer kostengünstigen Wohnungs-Kasko, die speziell auf Arbeitsverhältnisse im Haushalt zugeschnitten ist.

Die Wohnungs-Kasko bei quitt.ch richtet sich ausschliesslich an private Arbeitgeber von Haushalthilfen.

Mehr Informationen zum Thema «Schaden am Hausrat» finden Sie in unserem Blog über Schäden am Hausrat. Für weitere Informationen und den Abschluss einer Wohungs-Kasko klicken Sie bitte hier.

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