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Was Sie über Schwarzarbeit im Haushalt wissen sollten

Dass Schwarzarbeit bei Dienstleistungen im Haushalt stark verbreitet ist, ist kein Geheimnis. Viele Putzfrauen und Haushaltshilfen arbeiten in der Schweiz schwarz. Wir erklären, warum Schwarzarbeit kein Kavaliersdelikt ist und welche Nachteile ein illegales Arbeitsverhältnis für Arbeitnehmer und Arbeitgeber birgt.

Die meisten werden die folgende Redewendung schon einmal gehört haben: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“. Auf die Frage angesprochen, warum die eigene Putzfrau nicht bei den Behörden angemeldet wurde, argumentieren viele Arbeitgeber gleich: Eine Anmeldung des Arbeitsverhältnisses wurde als nicht notwendig erachtet, oder es sei ihnen nicht bewusst gewesen, dass es sich hierbei um Schwarzarbeit handelt. Deshalb ist wichtig zu wissen, wie Schwarzarbeit genau definiert wird.

Definition Schwarzarbeit

Unter dem Begriff «Schwarzarbeit» wird die Missachtung von arbeitsbezogener Melde- und Bewilligungspflichten verstanden. Zu den Melde- und Bewilligungspflichten gehören je nach Umfang und Situation des Arbeitsverhältnisses die Einholung einer Arbeitsbewilligung, die Anmeldung des Arbeitsverhältnisses bei der Ausgleichskasse, die Entrichtung der Quellensteuer beim kantonalen Steueramt, der Abschluss einer obligatorischen Unfallversicherung sowie der Anschluss des Arbeitnehmers bei einer Pensionskasse. Allesamt Arbeitgeberpflichten für Personen, die Haushaltshilfen – egal ob eine Putzfrau, eine Nanny oder eine Pflegekraft – bei sich zu Hause privat anstellen.

Wichtig: Selbst wer nur für ein paar Stunden im Monat Arbeiten im Haushalt gegen Bezahlung ausübt und nicht bei den Behörden angemeldet ist, arbeitet bereits schwarz.

Ausmass der Schwarzarbeit in der Schweiz

Schwarzarbeit, im wirtschaftlichen Kontext auch Schattenwirtschaft genannt, ist allgegenwärtig. Zwar gibt es aus offensichtlichen Gründen keine amtlichen Statistiken zur Schattenwirtschaft in der Schweiz, allerdings eine grosse Anzahl an wissenschaftlich belegten Schätzungen. So ist der Anteil der Schattenwirtschaft am Bruttosozialprodukt (BSP) 6.9 % in 2014, wie die NZZ in ihrer Onlineausgabe berichtet. Auf Vollzeitstellen umgerechnet, handelt es sich bei den Schwarzarbeitern um 427 000 Personen im Jahr 2014, zuzüglich 63 000 illegale, ausländische Beschäftigte. Neben der Baubranche sind vor allem Dienstleistungen im Haushalt sehr stark von Schwarzarbeit betroffen. Laut einem Artikel der Wochenzeitung (WOZ) aus dem Jahr 2013, beschäftigten im selben Jahr ungefähr 400 000 Haushalte Haushaltshilfen in der Schweiz. Tendenz stark steigend. In einem Viertel der Haushalte sind Sans-Papier (Personen ohne Aufenthaltsstatus) tätig, und wie eine Studie, auf die die Aargauer Zeitung in Jahr 2010 Bezug nimmt, zeigt, arbeitet die Mehrheit der im Haushalt angestellten Putzfrauen schwarz.

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Nachteile von Schwarzarbeit für die Arbeitgeber von Putzfrauen und Haushaltshilfen

Wer seine Putzfrau oder Haushaltshilfe nicht anmeldet und damit schwarz beschäftigt, geht keiner seiner Arbeitgeberpflichten nach. Die Nachteile:

  • Sanktionen, Bussen bis zur Gefängnisstrasse, wenn das illegale Arbeitsverhältnis aufgedeckt wird.
  • Der Arbeitgeber ist nicht gegen Unfälle versichert. Sollte sich ein Arbeitsunfall ereignen, muss der Arbeitgeber die Folgekosten des Unfalles bezahlen.
  • Rückwirkend müssen alle AHV Leistungen inkl. Verzugszins bezahlt werden.

Nachteile von Schwarzarbeit für Putzfrauen und Haushaltshilfen

Wer als Putzfrau oder Haushaltshilfe schwarz arbeitet, geht verschiedene Risiken ein und verzichtet auf seine Rechte als Arbeitnehmer.

  • Keine Unfallversicherung über den Arbeitgeber.
  • Keine Einzahlungen in die Ausgleichskasse und die Pensionskasse, und damit auch keine gesicherte Rente im Pensionsalter
  • Keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld
  • Keine Lohnfortzahlung bei Krankheit (KTG)
  • Keine Ferienentschädigung
  • Personen, ohne Schweizer Staatsbürgerschaft, riskieren Ihre Aufenthaltsbewilligung

Nachteil von Schwarzarbeit im gesamtgesellschaftlichen Kontext

  • Finanzielle Einbussen in den Vorsorgewerken
  • Der Steuerzahler finanziert die Ergänzungsleistungen für Schwarzarbeiter, die keine AHV-Beiträge gezahlt haben und deshalb nicht von der AHV-Rente leben können.

quitt.ch vs. Schwarzarbeit

Seit der Gründung von quitt.ch leisten wir einen aktiven Beitrag zum Kampf gegen Schwarzarbeit. Für die korrekte Anmeldung von privaten Haushaltshilfen sind profunde Kenntnisse über arbeitsrechtliche Aspekte notwendig. Auch gibt es einiges an Papierkram zu erledigen. Der grosse, zeitliche Aufwand für diese Arbeiten wird oftmals gescheut. quitt.ch ist der Spezialist für die gesetzeskonforme Anmeldung von Hausangestellten. Ohne Vorkenntnisse, in wenigen Minuten und bequem von überall aus kann das Arbeitsverhältnis versichert, angemeldet und verwaltet werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen immer auf der sicheren Seite, und für ein sauberes Arbeitsverhältnis ist allzeit gesorgt.

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