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Muss ich den vollen Lohn zahlen, wenn meine Putzfrau wegen Krankheit länger ausfällt?

Krankentaggeldversicherung: Es kann durchaus vorkommen, dass die eigene Putz- oder Haushaltshilfe für eine längere Zeit arbeitsunfähig ist, sei dies nun krankheitsbedingt oder auf Grund einer Schwangerschaft. Muss in diesem Fall der Lohn über die gesamte Dauer der Abwesenheit ausbezahlt werden?

Plötzlich waren sie da, die Schmerzen. Ein paar Tage später steht der Gang ins Krankenhaus an. Diagnose? Akuter Blinddarm. Die Operation und der Heilungsprozess verlaufen reibungslos. Der einzige Haken? Arbeitsunfähigkeit für einen gewissen Zeitraum.

Lange geplant und endlich geklappt. Der erwünschte Nachwuchs ist auf dem Weg. Die Vorfreude ist riesig, die Ausstattung des Kinderzimmers bereits fertig. Doch gegen Ende der Schwangerschaft verordnet der Arzt Bettruhe. Die Folge? Arbeitsunfähigkeit für einen gewissen Zeitraum.

Mit dem Thema Arbeitsunfähigkeit sollte sich sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer auseinandersetzen. Denn für beide Seiten kann es empfehlenswert sein, sich gegen die oben erwähnten Fälle abzusichern. Wird der Arbeitnehmer krank, ist der Arbeitgeber per Gesetz verpflichtet, den vollen Lohn trotz, ausfallenden Arbeitsleistungen fortzuzahlen (eine Übersicht über die verschiedenen Lohnfortzahlungs-Skalen in der Schweiz gibt es hier). Ist die gesetzliche Pflicht der Lohnfortzahlung verstrichen, erhält der Arbeitnehmer trotz fortdauernder Arbeitsunfähigkeit keinen Lohn mehr. Für beide Beteiligten kein ideales Szenario. Die Lösung? Eine Krankentaggeldversicherung.

Vorteile einer Krankentaggeldversicherung (KTG) für den Arbeitgeber

Eine Krankentaggeldversicherung hat den Vorteil, dass der Arbeitgeber nicht an die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht gebunden ist und während der Wartezeit von 30 Tagen nur 80% des Lohnes auszahlen muss. Warum? Weil der Arbeitgeber das Risiko der Lohnfortzahlung an die Versicherung überträgt.

Vorteile einer Krankentaggeldversicherung (KTG) für den Arbeitnehmer

Für den Arbeitnehmer, in unserem Fall Putzfrauen, Haushaltshilfen, Nannies, Pflegekräfte oder Babysitter, liegt der Vorteil auf der Hand. Die finanzielle Absicherung ist auch lange nach dem Ablauf der gesetzlichen Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers gegeben. Der Lohn wird im Krankheitsfall oder während einer Schwangerschaft weiterhin zu 80% ausbezahlt. Dadurch ist das Einkommen gesichert, bis der Arbeitnehmer wieder arbeitsfähig ist, maximal aber bis 730 Tage.

Die Versicherungsprämie wird geteilt

Die Prämie für die Krankentaggeldversicherung beträgt 1,50% des Bruttolohnes. Da der Betrag von Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt wird, macht das je 0.75%. Auch wenn die Krankentaggeldversicherung in der Schweiz nicht obligatorisch ist, empfehlen wir diese abzuschliessen.

Das Anliegen, eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen, kann sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer geäussert werden. Wenn der Arbeitnehmer, z.B. eine Putzfrau oder Nanny, den Arbeitgeber darüber informiert und dieser sich damit einverstanden erklärt, steht einer voll umfänglichen Versicherungslösung nichts mehr im Weg.

Wenn Sie sich für unsere quitt.ch-Services entscheiden können Sie bei uns auch eine Krankentaggeldversicherung (KTG) abschliessen. Hier geht es zur unverbindlichen Anmeldung und Übersicht. Eine Übersicht über unsere weiteren Versicherungslösungen erhalten Sie ausserdem hier.

Haben Sie Fragen zur Krankentaggeldversicherung? Kontaktieren Sie unseren Support oder schreiben Sie uns einen Kommentar in das unterstehende Kommentarfeld.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
  1. Guten Tag

    Wir wollen eine Putzfrau (bereits im Rentenalter, also < 64 J) anstellen für 3 h pro Woche, dies alle 2 Wochen (2 x pro Monat). Wir liegen innerhalb des Freibetrags von CHF 1400.-/Jahr der AHV und müssen sie daher nicht bei der Ausgleichskasse anmelden. Neben der Unfallversicherung, welche wir abschliessen, fragen wir uns, ob wir auch eine Krankentaggeldversicherung abschliessen sollen. Wenn man eine Klausel im Arbeitsvertrag hat, dass sich die Lohnfortzahlungspflicht im Krankheitsfall nach dem OR richtet, muss der volle Lohn bezahlt werden, allerdings nur 3 Wochen lang, ist das korrekt? Besten Dank für Informationen und freundliche Grüsse

    S.L.

    1. Guten Tag

      Die gesetzliche Lohnfortzahlungspflicht für den Arbeitgeber besteht nach OR nur für eine «beschränkte Zeit». Diese ist abhängig vom Arbeitsvertrag und der Dauer der Anstellung.
      Eine 100% Lohnfortzahlungspflicht besteht für die ersten Dienstjahre mit 3 Wochen ab dem zweiten Dienstjahr 8 Wochen (Lohnfortzahlungsskala).
      Wird eine Krankentaggeldversicherung bei uns abgeschlossen, ist der Arbeitgeber verpflichtet, denn Lohn nur bis zu 30 Tage ab erster Krankheitstag zu zahlen. Er kann aber wählen ob er in der 30 tägigen Wartefrist, denn Lohn normal 100% bezahlt oder das gesetzliche Minimum von 80%. Am 31. Tag und mit Erhalt der Arztzeugnisse Ihrer Arbeitnehmerin werden wir den Fall der Versicherung weiterleiten und diese wird sich dann um die Lohnfortzahlung kümmern.

      Wir hoffen, dass wir Ihre Frage damit beantworten konnten.

      Mit freundlichen Grüssen
      Ihr quitt.ch-Team

  2. Guten Tag

    Unsere Kinderbetreuung arbeitet seit Geburt unserer Zwillinge bei uns. Nun kommen die Kinder im Sommer in den Kindergarten. Wir haben einen unbefristeten Vertrag aber es war für beide Parteien schon von Anfang an klar, dass wir die Betreeung nur bis Juli dieses Jahr anstellen werden. Sie hat uns nun aber mitgeteilt, dass sie schwanger ist. Somit hat sie ja einen Kündigungsschutz. Bedeutet dies nun, dass wir sie während der ganzen Schwangerschaft, plus 16 Wochen Mitterschaftsurlaub plus Kündigungsfrist von 2 Monaten noch anstellen müssen? Und dies obwohl wir sie ab Sommer gar nicht mehr einsetzen können, da die Kinder eh ausser Haus sind? Oder ist hier die Ausnahme der „Betriebseinstellung“ relevant?

    Besten Dank und freundliche Grüsse
    Silvia

    1. Guten Tag Silvia,

      Vielen Dank für Ihre Anfrage.

      Aus Arbeitgebersicht greift hier der Kündigungsschutz. Es wäre sinnvoll gewesen von Anfang an einen befristeten Vertrag bis zum Sommer zu vereinbaren (verlängern geht daraufhin immer).
       
      Der frühestmögliche Zeitpunkt, den Vertrag in gegenseitigem Einverständnis zu beenden ist zum Ende der 14-wöchigen Mutterschaftsentschädigung (98 Tage nach Niederkunft). Die Arbeitnehmerin hat natürlich die Möglichkeit, den Vertrag jederzeit zu beenden. Ist aber finanziell gesehen nicht in Ihrem Interesse, da dies Einfluss auf die Taggeldberechnung der Mutterschaftsentschädigung hat.
      Wir würden hier empfehlen mit der Arbeitnehmerin das Gespräch zu suchen, um sich nach Möglichkeit auf diese Lösung zu einigen. Die von Ihnen vorgeschlagene Variante gilt nur, wenn die Arbeitnehmerin sich nicht darauf einlässt.
       
      Die Mutterschaftsentschädigung (80% des Einkommens der vorangegangenen 12 Monate) wird ausserdem durch die Ausgleichskasse bezahlt – es fallen in dieser Zeit nur noch die Sozialabzüge arbeitnehmerseitig an (wie ggf. auch die Pensionskassenbeiträge).

      Sollten Sie noch weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht sich bei uns zu melden.
       
      Freundliche Grüsse
      Veronika Österle

  3. Guten Tag

    Meine Haushaltshilfe (2x pro Woche für jeweils 3-4h) meldet sich ständig krank, sie schreibt oft 1-3 Tage im Voraus sie es ginge ihr nicht gut, sie könne am Montag nicht kommen, ob es okay sei wenn sie am Mittwoch käme.

    Manchmal schickt sie ihre Tochter, die aber kaum etwas macht, aggressiv ist und alles andere als sauber putzt und nach maximal 45 Minuten wieder geht, sie sei fertig (ich bin nicht pingelig, kann aber die Hausarbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht machen).

    Die Mutter verweigerte mir in diesem Jahr sämtliche Arztzeugnisse (11) mit der Begründung die Tochter sei ja gekommen oder sie habe es nach gearbeitet,

    Wer ist im Recht und welches Vorgehen empfehlen Sie?

    1. Hallo Martina

      Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass wir nicht der richtige Ansprechpartner für Rechtsauskünfte sind und ich daher keine verbindliche Empfehlung abgeben kann. Zusammen mit unserem Partner Generali, bieten wir jedoch eine Rechtsschutzversicherung an, welche Sie zukünftig bei solchen Anliegen beraten könnte.

      Ihrem Schreiben entnehme ich, dass kein gültiges Arbeitsverhältnis zwischen Ihnen und der Tochter Ihrer Arbeitnehmerin besteht. Ich möchte Sie daher darauf hinweisen, dass Sie die Arbeitsleistung durch die Tochter nicht hinnehmen müssen. Da für die Tochter vermutlich ausserdem weder eine Unfallversicherung, noch eine Anmeldung bei der SVA vorhanden sein dürfte, ist deren Arbeitstätigkeit in Ihrem Haushalt nicht ratsam und könnte Sie in Schwierigkeiten bringen.

      Da ich die Details Ihres Arbeitsvertrages nicht kenne, möchte ich Sie bezüglich der fehlenden Arbeitszeugnisse auf die Website des SECO verweisen.
      Ausserdem finden Sie hier weitere Kontaktstellen bei Arbeitskonflikten und hier zu Absenzen am Arbeitsplatz.

      Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen und Sie finden zusammen mit Ihrer Arbeitnehmerin eine Lösung für den Konflikt.

      Herzliche Grüsse
      Amanda Sauter

  4. guten Tag,

    Wie ist das wenn die Putzfrau kurzfristig krank ist, zb sie kommt wöchentlich und ist dann eine Woche krank, besteht da Lohnzahlungspflicht und kann uch ein Arztzeugnis verlangen?

    1. Guten Tag,

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      In Ihrem Fall sind folgende Punkte von Relevanz:

      1. Wird der Arbeitnehmer krank, ist der Arbeitgeber per Gesetz verpflichtet, den vollen Lohn trotz ausfallenden Arbeitsleistungen fortzuzahlen.
      2. Diese Lohnzahlung richtet sich nach der gesetzlichen Lohnfortzahlungsskala (https://www.arbeitsverhinderung.ch/rechtsfolge/lohnfortzahlungsskalen).
      3. Während X Wochen muss somit der Lohn zu 100% weitergezahlt werden (Vertraglicher Lohn oder Durchschnitt der letzten Monate)
      4. Normalerweise wird ab dem dritten Krankheitstag ein Arztzeugnis verlangt, der Arbeitgeber kann aber auch schon ab dem ersten Krankheitstag ein Zeugnis verlangen, dies ist aber eher unüblich.

      Ich hoffe diese Antwort klärt Ihre Frage. Falls noch Unklarheiten bestehen, steht Ihnen unser Support gerne zur Verfügung.

      Beste Grüsse,
      Ihr quitt.ch-Team

  5. Meine Putzfrau ist schwanger. Wie lange ist die Wartefrist bzw. wie lange muss ich bei Abwesenheit durch Unwohlsein (bedingt durch die Schwangerschaft) oder auch Krankheit sowie einer abgeschlossenen KTGVersicherung ihren Lohn zu 80% fortzahlen? 2 oder 4 Wochen? Ab wann wird ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis benötigt? Muss ich das Quitt aushändigen oder selbst Kontakt aufnehmen mit der KTGV?
    Danke für eure Rückmeldung!

    1. Sehr geehrte Frau Jäger

      Vielen Dank für Ihre Anfrage.

      Sie können das Arbeitsunfähigkeitszeugnis gerne unserem Support per Email (support@quitt.ch) weiterleiten und wir schauen, ob wir das Dokument benötigen oder nicht.

      Grundsätzlich gilt, dass wenn Ihre Arbeitnehmerin schwanger ist und entsprechend krankgeschrieben wird, Sie den Lohn für die ersten 30 Tage bezahlen müssen. Mit Abschluss einer Krankentaggeldversicherung bei uns müssen Sie jedoch „nur“ 80% statt 100% des Lohns entrichten. Nach diesen 30 Tagen und Erhalt der Arztzeugnisse Ihrer Arbeitnehmerin werden wir den Fall der Versicherung weiterleiten und diese wird sich dann um die Lohnfortzahlung kümmern.

      Nach der Geburt hat Ihre Arbeitnehmerin zudem Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung. Dies wird über Sie als Arbeitgeberin eingereicht. Hierfür können Sie sich dann einfach bei uns melden, wenn das Kind zur Welt gekommen ist und wir werden Ihnen das entsprechende Dokument gerne zustellen.

      Sollten Sie noch weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht sich bei uns zu melden.
       
      Freundliche Grüsse
      Fabienne Schmidli

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