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Eine Haushaltshilfe Per Mausklick Versichern

Eine Haushaltshilfe per Mausklick versichern

Im digitalen Zeitalter gerät das klassische Versicherungsgeschäft über Agenturen unter Druck. Online-Abschlüsse von Versicherungspolicen auf Partnerwebsites sind hingegen auf dem Vormarsch – auch bei der ServiceHunter AG. Kunden des Zürcher Start-ups schliessen über das Serviceportal quitt.ch seit 2012 tausende Policen ab – auch zu Gunsten von privaten Haushaltshilfen.

Die meisten Schweizer Privathaushalte lassen ihren Hausrat weiterhin von namhaften Unternehmen versichern, die sie seit vielen Jahren kennen. Trotz aufstrebenden Smartphone-Versicherungslösungen wie zum Beispiel Smile-direct.com oder Wefox.ch bleiben Schweizer Haushalte ihrer Versicherung treu. Ein Bericht der Schweizer Finanzmarktaufsicht von 2018 zeigt: Bei den Schadenversicherungsunternehmen zählen die Anbieter Axa Versicherungen AG mit einem Marktanteil von rund 19 Prozent, die Schweizerische Mobiliar (16 Prozent), die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (14 Prozent), die Allianz (11 Prozent), die Helvetia (8 Prozent) sowie die Basler Versicherungen (7 Prozent) zu den sechs Platzhirschen mit den höchsten Marktanteilen im Schweizer Markt. Sie alle erhielten im Jahr 2018 Prämien von über einer Milliarde Franken. Die Marktanteile der jungen, sogenannten «Insurtech»-Firmen, bleiben im Vergleich zu den etablierten Grosskonzernen, klein.

Schweizer Haushalte bleiben klassischen Versicherungsunternehmen (noch) treu

Was den etablierten Versicherungen in der Schweiz in die Hände spielt: Wer einmal eine Versicherung abgeschlossen hat und zufrieden ist, wechselt seinen Anbieter in der Regel kaum. Gemäss einer repräsentativen Comparis-Studie von 2019 haben zum Beispiel mehr als jeder zweite Versicherte noch nie ohne Autowechsel die Fahrzeugversicherung gewechselt. 47 Prozent der Deutschschweizer geben zudem an, sich bei bestehendem Versicherungsvertrag noch nie nach günstigeren Prämien erkundigt zu haben. Kurz: Versicherte in der Schweiz vergleichen kaum ihre Prämien und sind nicht wechselfreudig.

Versicherung über Partner-Websites im Aufwind

Das digitale Versicherungsgeschäft auf Abruf («on demand insurances») hat sich in der Schweiz trotz der Kundentreue der Versicherten überraschend positiv entwickelt. Fachleute sprechen bei solchen Angeboten auch von «integrierten Versicherungen» oder «embedded insurances». Der Aufwand für «wechselfaule» Versicherte hält sich bei solchen Online-Angeboten in Grenzen. Denn ein Online-Abschluss einer «integrierten» Police bei einem Versicherungspartner ist oft nur ein Mausklick entfernt. Ein Beispiel: Wer einen Ferienflug im Internet bucht, kann per Mausklick auch noch eine Gepäckversicherung mit dazu buchen.

Vertrieb über integrierte Kanäle ist Wachstumsfaktor

Prof. Dr. Martin Eling vom Institut für Versicherungswirtschaft der Uni St. Gallen sagt: «Mir sind in diesem Versicherungsgeschäft keine Marktzahlen bekannt. Man kann davon ausgehen, dass sich der Marktanteil im einstelligen Prozentbereich bewegt, Tendenz wachsend. In einigen Jahren wird es sicherlich ein eigenes, etabliertes Segment im Versicherungsmarkt sein. Aber es wird eine Nische bleiben. Der Grund: Solche Angebote eignen sich nur für kleine, standardisierbare Produkte. Für komplexere Versicherungsprodukte brauchen Interessenten eine Beratung.» Immerhin: Das Beratungsunternehmen Ernst & Young Schweiz (EY) hat in der Studie «NextWave insurance – personal lines and small commercial» den Vertrieb über «direkte, digitale und integrierte Kanäle» als einen von acht Wachstumsfaktoren in der Versicherungsbranche identifiziert.

Versicherungspartner erledigt alle Formalitäten für Online-Kunde und Versicherung

In ihren digitalen Service eingebettete Versicherungen bietet auch die ServiceHunter AG in Zürich seit 2012 auf ihrer Onlineplattform quitt.ch an. quitt. erledigt für Arbeitgebende die AHV-Anmeldung, Lohnabrechnung und den Abschluss der obligatorischen Unfallversicherung für ihre Haushaltshilfe. Arbeitgebende können den gesamten bürokratischen Kram an quitt. delegieren. Weitere Zusatzversicherungen können quitt.Kunden im Rahmen der Registrierung per Mausklick mit dazu buchen. Im quitt.Zusatzangebot sind eine Krankentaggeldversicherung und eine Haushaltskasko. quitt. schliesst die gewählten Policen im Hintergrund beim Versicherungspartner Basler Versicherungen ab. Der Kunde muss sich somit nicht an eine Agentur wenden oder zusätzliche Formulare ausfüllen. Tritt ein Schadensereignis ein, übernimmt quitt. das Schadensmanagement, kommuniziert mit der Basler Versicherung und kümmert sich auch um die Auszahlung von Taggeldern. Auch eine Arbeitgeber-Rechtsschutzversichung kann online über quitt.ch abgeschlossen werden. Bei Rechtsschutz-Policen arbeitet quitt. mit der Assista Rechtsschutz AG zusammen.

Win-win-Situation für alle Parteien

Marie-Christin Kamann, die Geschäftsleiterin der ServiceHunter AG, sagt: «Jeder Kunde benötigt eine obligatorische Unfallversicherung für seine Haushaltshilfe. Das heisst, mit jedem Neukunden gewinnt auch die Basler Versicherung einen Versicherten mit dazu. Es ist nicht nur eine Win-win-Situation für quitt. und unseren Versicherungspartner, sondern auch für die gut versicherte private Haushaltshilfe und unsere Kunden, die Arbeitgebenden.» Rund 700 quitt.Kunden profitieren auch vom Rechtsschutz-Angebot der Assista. Marie-Christin Kamann erklärt: «16 Prozent aller Neukunden entscheiden sich für diesen Rechtsschutz.» Jakob Ruch von der Assista Rechtsschutz AG fasst das Angebot zusammen: «Wir bieten quitt.Kunden eine preiswerte Police, welche sie bei Rechtsstreitigkeiten mit ihrem Hauspersonal finanziell grosszügig unterstützt. Unser Angebot ist im Bereich Arbeitgeber-Rechtsschutz einzigartig. Denn es gibt weder Mindeststreitwert, Selbstbehalt noch Karenzfristen.»

Was beinhaltet der quitt.Service?

  • Anmeldung bei allen involvierten Behörden
  • Abschluss der obligatorischen Unfallversicherung
  • Rechtlich korrekter Arbeitsvertrag
  • Monatliche Lohnabrechnungen und jährlicher Lohnausweis
  • Abrechnung aller Sozialabgaben, Steuern und Versicherungsprämien
  • Persönlicher Kundensupport und praxisnahe Vorlagen

Dier Artikel ist am 15.9.2020 in einer Tages-Anzeiger-Beilage erschienen (Artikel als PDF).

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